Angeblich hätten im vorigen Jahrhundert Arbeiterinnen einer Kirsch-Likörfabrik die Eigenschaften der Kirschkerne entdeckt, Wärme zu speichern und über einen langen Zeitraum wieder an die Umwelt abzugeben. Sie sollen dann die Kirschkerne in kleine Baumwollsäckchen eingenäht, dies auf die Öfen der Fabrik gelegt haben, um damit am Abend die schmerzenden Köperstellen zu behandeln.
Aufgrund dieser Geschichte hört man allenthalben� � dass die Schweizer die Erfinder des Kirschkernkissen seien.
Diese Legende lässt sich aber nicht aufrecht erhalten. Archäologen fanden nämlich bei Ausgrabungen in einer mittelalterlichen Abfallgrube 1998 in Münster die Überreste eines Kirschkernkissen. Man fand rund 400 g Kirschkerne, eng bei einanderliegend. Eingenäht waren die Kirschkerne wohl in einem Leinen-Säckchen. Erwärmt wurden diese Kirschkernkissen wohl auf Kachelöfen.
Heute hat man es mit dem Erwärmen der Kirschkernkissen wesentlich einfacher. Kurz in die Mikrowelle oder in den Backofen gelegt speichert das Kissen die Wärme und man kann es als Wärmflaschen-Ersatz einsetzen. Nicht ohne Grund bezeichnet man das Kirschkernkissen auch als trockene Wärmflasche. Bei einem Kirschkernkissen besteht deshalb auch nicht die Gefahr der Verbrühens.
Die Wirkungsweise beruht dabei auf der physikalischen Eigenschaft der Kirschkerne, Wärme schnell aufzunehmen, zu speichern und die Wärme dann über einen sehr langen Zeitraum kontinuierlich wieder abzugeben. Insofern ist ein Kirschkernkissen einer herkömmlichen, mit Wasser gefüllten Wärmflasche überlegen.
