• 20Dez

    Lübecker RotsponDas Wort “Spon” ist der niederdeutsche bzw. plattdeutsche Ausdruck für Span. Span wiederum bedeutet Holz, hölzernes Gefäß bzw. Holzfass. Unter Rotspon versteht man also Rotwein aus einem Holzfass.

    Zur Hansezeit im 13. Jahrhundert war der Lübecker Weinhandel schon bekannt und die Hanse-Stadt Lübeck ein maßgeblicher Importhafen für Bordeauxweine. Man kann also davon ausgehen, dass mit “Rotspon” französischer Rotwein gemeint ist. Der gute Ruf, den der von den Lübecker Weinhändlern stammende französische Rotwein – also Rotspon aus Lübeck – hatte, soll auf folgender Begebenheit beruhen:

    Im Jahre 1806 wurde Lübeck durch Napoleons Armee besetzt. Die Lübecker Weinhändler versteckten zwar sehr sorgfältig ihre Weinkeller, doch wurden diese von den französischen Offizieren entdeckt. Natürlich bedienten sie sich an dem Rotwein und stellten bald fest, dass der in Lübeck gelagerte Rotwein wesentlich besser schmeckte als der in Frankreich. Die gleiche Feststellung machten die Offiziere, die die Weinkeller in Hamburg und Bremen fanden und sich daraus bedienten. Der französische Rotwein, der in den Kellern der drei Hansestädte lagerte, hatte erheblich an Qualität gewonnen. Da sich die Franzosen dies nicht erklären konnten, gingen sie der Sache auf den Grund. In Bordeaux wurde der gleiche Wein in mehrere Fässer abgefüllt. Einige dieser Fässer blieben in Bordeaux während andere in den Lübecker Weinkellern eingelagert wurden. Nach einer angemessenen Zeit der Lagerung, in der der Wein gereift war und sich entwickelt hatte, wurden einige Proben entnommen. Und diese Proben ergaben eindeutig, dass sich die französischen Offiziere nicht getäuscht hatten: der in den Lübecker Weinkellern gelagerte Rotwein hatte eindeutig eine höhere Qualität. Eine eindeutig stichhaltige Erklärung für die Qualitätsunterschiede konnte nicht gegeben werden. Es wird jedoch vermutet, dass es am hiesigen Seeklima liegen muss – und an der fachmännischen Behandlung des Weins in den Kellern der Lübecker Weinhändler.

    Der Begriff “Lübecker Rotspon” steht also für Bordeaux-Wein, der im Fass aus Frankreich eingeführt und in Lübeck bis zur Flaschenreife gelagerte und dann abgefüllt wird. Der Handel mit dem Rotspon begann zur Hansezeit im 13. Jahrhundert und gewann im 16. und 17. Jahrhundert an Bedeutung. Auch in den anderen früheren Hansestädten wie Bremen, Hamburg und Münster (Westfalen) hat der Rotspon eine lange Tradition.

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